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Ich denke und handle systemisch – was meine ich damit?

Systemisch?!

Der Begriff „systemisch“ meint = ein bestimmtes System in seiner Gesamtheit betreffend und erfassend. Die Autorkorrektur macht gerne ein „systematisch“ daraus.

Dieser Begriff meint allerdings = methodisch und planvoll vorgehen.

 

Das Mobile als Metapher für Systemisches Denken

Dieses Mobile hängt in der Praxis, in der ich arbeite.

Systeme bestehen aus Elementen. Einerseits können sie als abgeschlossene Einheiten interpretier werden. Zum anderen stehen sie in Wechselbeziehungen zueinander.

Die verschiedenfarbigen und unterschiedlich großen Teile des Mobiles stehen in eben dieser Wechselbeziehung. Bewegt sich ein Teil (oder wird es bewegt), müssen sich alle anderen Teile bewegen, damit das Gleichgewicht wieder hergestellt wird. Wie dies geschieht ist nicht vorhersagbar und auch nicht steuerbar.

Dieses Mobile hängt übrigens in der Praxis, in der ich arbeite.

 

Systemische Denken und Handeln ist auch eine bestimmte Art, die Wirklichkeit zu sehen

„Jeder meint, dass seine Wirklichkeit die richtige Wirklichkeit ist.“ Hilde Domin

Es gibt also viele Wirklichkeiten und Wahrheiten. Wir alle haben unsere ganz eigene Wirklichkeit. Wir haben es nicht direkt mit der Welt zu tun, sondern mit unseren Bildern bzw. Konstrukten von ihr.

Ich mache mir ein Bild von der Welt. Meine Wirklichkeit ist von meiner Wahr-Nehmung abhängig. Ich nehme (etwas) an und halte es für wahr. Dies tue ich auf Grund meiner Möglichkeiten, bisherigen Erfahrungen und meiner Sinnesfähigkeiten.

Gleiche Gegebenheiten können völlig unterschiedlich wahrgenommen, interpretiert und genutzt werden. Es lohnt sich zu fragen: Reden wir über dasselbe?

 

Ich betrachte den Menschen in den Wechselwirkungen mit seinem sozialen Umfeld

Auch der Mensch steht mit seiner Umwelt in Wechselbeziehung und verhält sich entsprechend. Wobei jeder einen guten Grunde hat, sich so zu verhalten, wie er es tut. Selbst, wenn er sich dabei und anderen schadet.

Der systemische Ansatz zeichnet sich dadurch aus, dass er sich nicht auf den Einzelnen (Problemträger) konzentriert, sondern ein ganzes System in den Blick nimmt.

Als Systemische Supervisorin bin ich Unterstützerin der Außenperspektive

Ich nehme meine Klienten in den Systemzusammenhängen ihres beruflichen Kontextes wahr. Im Fokus stehen besonders die Wechselwirkung zwischen Person, Rolle, Funktion, Auftrag und Organisation. Dabei werden Interaktionen, Muster und Prozesse sichtbar. Gleichzeitig werde ich selbst Teil dieses Systems.

Gelingt die Zusammenarbeit, werden Impulse in das System gegeben, das dadurch in Bewegung kommt. Dadurch werden Ressourcen aktiviert, spielerisch Lösungen ermöglicht und neue, für alle Beteiligten dienlichere Gegebenheiten können entstehen.

 

Weiterführendes zum systemischen Ansatz gibt es zum Beispiel hier:

  • https://systemische-gesellschaft.de/

    Die Systemische Gesellschaft ist der Verband, bei dem ich mit meinen Abschlüssen in „Systemischer Beratung“ und „Systemischer Supervision“ zertifiziert bin.

  • https://www.institut-systeam.de/ Bei sys.team habe ich die meisten meiner Ausbildungen gemacht.
  • Literatur:
    • Einführung in die systemische Supervision. Andrea Ebbecke-Nohlen
    • Systemisch to go. Herausgeberin: Susanne Busching (sys.team)

Warum ich körperorientierte Verfahren in der Supervision liebe

Helfern helfen ist mein Job

Als Supervisorin unterstütze ich pädagogische und psychosoziale Fachkräfte, Teams und Leitungen sowie Ehrenamtliche darin, ihren Job zu machen und dabei gut für sich zu sorgen. Ein Schwerpunkt ist die Arbeit mit Erzieher:Innen, denn bevor ich Supervisorin wurde, war die Kita 25 Jahre meine berufliche Wirkungsstätte.
Supervision dient klassisch der Sicherung und Verbesserung der Qualität beruflicher Arbeit. Dabei werden Fragen und Themen, die sich aus den Anforderungen des Berufs ergeben, reflektiert und geklärt, um so zukünftige alternative Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Doch angespannt, müde und energielos fällt das Denken schwer, macht es manchmal gar unmöglich.

Zurück zum Wohlbefinden – wie kann das gehen?

Meine körperorientierte Herangehensweise im Supervisionsgeschehen bewegt sich zwischen „Wie man sich trotz allem wohl fühlen kann“ und „Tu dir gut!“. Also zwischen aktiver Stressbewältigung und praktischer Selbstfürsorge – wenn dies gewünscht ist! Sie rahmt die Supervision ein, sie ist ein Angebot, sie ist Teil meiner Haltung. Die Frage ist: „Was brauche ich, um arbeitsfähig zu sein?“ „Bei mir angekommen zu sein“ ist die Antwort.

Es gibt zahlreiche körperorientierte Tools. Mir fallen ein: die Arbeit mit Somatischen Markern, Body-Scan, Stabilisierungs-, Stopp- und Atemtechniken, Imagination, Fantasiereisen, Entspannung, Meditation, Wahrnehmungsübungen, Spielen als selbstregulierende Ressource, effektive Stressbewältigungsstrategien u.a. Einige bedingen eine entsprechende Ausbildung und einen anderen Rahmen, andere sind auch für interessierte Laien durchführbar.

Heute geht es um Übungen, die erfrischend einfach, lebendig und ohne Kraftanstrengung sind. Sie können achtsam und im Genuss des Gegenwärtigen Moments erlebt werden. Sie sind spielerisch – ja sie erinnern sogar an Kind sein und Kinderspiele. Es geht um Schaukeln, Summen und Hüpfen. Es geht um Strecken, Gähnen und Schütteln. Es geht um Kopf hoch, Hand aufs Herz und gute Berührungen. Sich so zu bewegen, ist angeboren, wurde uns manchmal abgewöhnt und nun entdecken wir sie wieder.

Körperorientierte Übungen nutzen die Wechselwirkung zwischen Psyche und Körper und können sehr wirksam sein. Sie dienen der Selbstregulation. Wer sich darauf einlässt, kann erleben, wie sich zum Beispiel die Anspannung mit einem Lachen löst. Und auf dieser Basis klappt es dann auch wieder besser mit dem Denken und Reflektieren.

Ich bringe gerne ein, was mich persönlich begeistert und bereichert

Während meiner Fortbildung in Systemischer Traumapädagogik kam ich das erste Mal bewusst mit diesen Übungen in Berührung. Begeistert las ich das Buch von Dr. Julie Henderson (Zapchen Somatics), später die Bücher von Dr. med. Claudia Cross-Müller (Body2Brain). Heute bereichern sie mein Leben.

Täglich probiere ich eine neue Übung aus oder wiederhole sie. Gerne überlasse ich dem Zufall die Auswahl. Mein innerer Notfallkoffer füllt sich. Bin ich frustriert, laufe ich schnaubend und stampfend durch den Wald und lache dabei herzlich über mich selbst. Fährt mir der Schreck in die Glieder, lege ich mir beruhigend die Hand aufs Herz. Warte ich irgendwo, dann lasse ich meine Augen von rechts nach links wandern, bis ich etwas Schönes sehe und dann wieder in die andere Richtung. Hin und her.

Ich bin ein großer Fan von kleinen Schritten

Manchmal braucht es nicht viel, um wieder entspannter und gelöster zu werden. Unseren Körper haben wir immer dabei. Ich finde, es spricht viel dafür, ihn bewusst einzusetzen, auch mal in der Supervision und vor allem in der täglich Selbstfürsorge. Und da gibt es noch so viel mehr, als das hier vorgestellte.