Starke Teams brauchen verlässliche Perspektiven
24. Juni 2026
Das hessische Förderprogramm „Starke Teams, starke Kitas“ ist ein wichtiges Signal: Teams in Kindertageseinrichtungen brauchen Unterstützung, Entlastung und gezielte Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel, hoher Belastung und komplexer werdenden Anforderungen ist es richtig, die Stärkung von Kita-Teams nicht dem Zufall zu überlassen.
Positiv ist, dass der zweite Förderzeitraum inzwischen bis zum 31. Dezember 2026 verlängert wurde. Für Träger und Einrichtungen schafft das zunächst etwas mehr Luft, um Maßnahmen zur Teamstärkung, Gesundheitsförderung, Entlastung oder Teamentwicklung zu planen und umzusetzen.
Gleichzeitig bleibt eine zentrale Frage offen: Was passiert ab 2027?
Aus meiner Sicht braucht es hier frühzeitig Klarheit. Teamentwicklung ist kein kurzfristiges Projekt, das mit einem einzelnen Fortbildungstag erledigt ist. Starke Teams entstehen durch kontinuierliche Begleitung, durch Reflexionsräume, durch gute Leitung, durch stabile Rahmenbedingungen und durch die Möglichkeit, gemeinsam an Haltung, Zusammenarbeit und pädagogischer Qualität zu arbeiten.
Wenn Förderprogramme nur befristet angelegt sind, geraten Träger und Einrichtungen schnell in eine paradoxe Situation: Sie sollen nachhaltig wirksame Prozesse anstoßen, können diese aber nur in engen Projektzeiträumen planen. Das passt nicht zu dem, was Kitas tatsächlich brauchen.
Deshalb wäre eine verlässliche Anschlusslösung ab 2027 wichtig. Nicht als kurzfristige Sondermaßnahme, sondern als Teil einer langfristigen Strategie zur Stärkung der frühkindlichen Bildung in Hessen.
Starke Teams sind keine Zugabe. Sie sind eine Voraussetzung dafür, dass Kitas ihrem Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag gerecht werden können.