Helfern helfen ist mein Job

Als Supervisorin unterstütze ich pädagogische und psychosoziale Fachkräfte, Teams und Leitungen sowie Ehrenamtliche darin, ihren Job zu machen und dabei gut für sich zu sorgen. Ein Schwerpunkt ist die Arbeit mit Erzieher:Innen, denn bevor ich Supervisorin wurde, war die Kita 25 Jahre meine berufliche Wirkungsstätte.
Supervision dient klassisch der Sicherung und Verbesserung der Qualität beruflicher Arbeit. Dabei werden Fragen und Themen, die sich aus den Anforderungen des Berufs ergeben, reflektiert und geklärt, um so zukünftige alternative Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Doch angespannt, müde und energielos fällt das Denken schwer, macht es manchmal gar unmöglich.

Zurück zum Wohlbefinden – wie kann das gehen?

Meine körperorientierte Herangehensweise im Supervisionsgeschehen bewegt sich zwischen „Wie man sich trotz allem wohl fühlen kann“ und „Tu dir gut!“. Also zwischen aktiver Stressbewältigung und praktischer Selbstfürsorge – wenn dies gewünscht ist! Sie rahmt die Supervision ein, sie ist ein Angebot, sie ist Teil meiner Haltung. Die Frage ist: „Was brauche ich, um arbeitsfähig zu sein?“ „Bei mir angekommen zu sein“ ist die Antwort.

Es gibt zahlreiche körperorientierte Tools. Mir fallen ein: die Arbeit mit Somatischen Markern, Body-Scan, Stabilisierungs-, Stopp- und Atemtechniken, Imagination, Fantasiereisen, Entspannung, Meditation, Wahrnehmungsübungen, Spielen als selbstregulierende Ressource, effektive Stressbewältigungsstrategien u.a. Einige bedingen eine entsprechende Ausbildung und einen anderen Rahmen, andere sind auch für interessierte Laien durchführbar.

Heute geht es um Übungen, die erfrischend einfach, lebendig und ohne Kraftanstrengung sind. Sie können achtsam und im Genuss des Gegenwärtigen Moments erlebt werden. Sie sind spielerisch – ja sie erinnern sogar an Kind sein und Kinderspiele. Es geht um Schaukeln, Summen und Hüpfen. Es geht um Strecken, Gähnen und Schütteln. Es geht um Kopf hoch, Hand aufs Herz und gute Berührungen. Sich so zu bewegen, ist angeboren, wurde uns manchmal abgewöhnt und nun entdecken wir sie wieder.

Körperorientierte Übungen nutzen die Wechselwirkung zwischen Psyche und Körper und können sehr wirksam sein. Sie dienen der Selbstregulation. Wer sich darauf einlässt, kann erleben, wie sich zum Beispiel die Anspannung mit einem Lachen löst. Und auf dieser Basis klappt es dann auch wieder besser mit dem Denken und Reflektieren.

Ich bringe gerne ein, was mich persönlich begeistert und bereichert

Während meiner Fortbildung in Systemischer Traumapädagogik kam ich das erste Mal bewusst mit diesen Übungen in Berührung. Begeistert las ich das Buch von Dr. Julie Henderson (Zapchen Somatics), später die Bücher von Dr. med. Claudia Cross-Müller (Body2Brain). Heute bereichern sie mein Leben.

Täglich probiere ich eine neue Übung aus oder wiederhole sie. Gerne überlasse ich dem Zufall die Auswahl. Mein innerer Notfallkoffer füllt sich. Bin ich frustriert, laufe ich schnaubend und stampfend durch den Wald und lache dabei herzlich über mich selbst. Fährt mir der Schreck in die Glieder, lege ich mir beruhigend die Hand aufs Herz. Warte ich irgendwo, dann lasse ich meine Augen von rechts nach links wandern, bis ich etwas Schönes sehe und dann wieder in die andere Richtung. Hin und her.

Ich bin ein großer Fan von kleinen Schritten

Manchmal braucht es nicht viel, um wieder entspannter und gelöster zu werden. Unseren Körper haben wir immer dabei. Ich finde, es spricht viel dafür, ihn bewusst einzusetzen, auch mal in der Supervision und vor allem in der täglich Selbstfürsorge. Und da gibt es noch so viel mehr, als das hier vorgestellte.

 

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